Künstliche Intelligenz ist längst Bestandteil der Immobilienvermarktung – ob bei Texten für Exposés, Bildbearbeitung oder internen Assistenzsystemen. Mit dem EU AI Act bekommt der Einsatz von KI nun erstmals einen verbindlichen rechtlichen Rahmen. Genau darum ging es im 13. FIO Brunch, in dem Expert:innen aus Beratung, Recht, Banking und Produktentwicklung ihre Perspektiven geteilt haben.
Der EU AI Act – kurz erklärt
Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und verfolgt einen risikobasierten Ansatz. KI Systeme werden danach eingeteilt, wie stark sie Menschen potenziell beeinflussen:
- Verbotene KI (z. B. manipulative Systeme) darf nicht eingesetzt werden
- Hochrisiko KI unterliegt strengen Auflagen – vor allem dort, wo automatisierte Entscheidungen über grundlegende Lebensbereiche wie Wohnen getroffen werden
- KI mit begrenztem Risiko – etwa Text und Bildgenerierung oder Chatbots – ist zulässig, erfordert aber Transparenz und geschulte Anwendende
Gerade in der Immobilienvermarktung bewegen sich die meisten Anwendungsfälle in dieser letzten Kategorie.
Was bedeutet das konkret für Unternehmen?
Aus der interaktiven Diskussion kristallisierten sich vier zentrale Handlungsfelder heraus:
- Transparenz schaffen
KIgenerierte oder KI bearbeitete Inhalte müssen in der Außenkommunikation kenntlich gemacht werden, z. B. bei Exposés oder Bildern. - Mitarbeitende schulen
Der EU AI Act verlangt, dass Anwendende den verantwortungsvollen Umgang mit KI verstehen. Schulungen mit Nachweis sind kein „Nice to have“, sondern Pflicht. - Rollen & Verantwortung klären
Wer KI lediglich nutzt, agiert rechtlich anders als jemand, der eigene Systeme entwickelt. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Pflichtenlage. - KI strategisch einsetzen statt verbieten
Ein zentrales Learning: Der EU AI Act soll Innovation nicht verhindern, sondern verantwortungsvoll ermöglichen. Unternehmen, die früh klare Spielregeln definieren, schaffen Sicherheit – intern wie extern.
Praxis trifft Regulierung
Im Austausch wurde deutlich: KI ist längst fester Bestandteil des Arbeitsalltags – von automatisierter Bildoptimierung über Textvorschläge bis hin zu internen Wissensassistenten. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass Governance, Datenschutz und Qualitätssicherung entscheidend sind, um Vertrauen bei Kundschaft und Mitarbeitenden zu erhalten.
Fazit: Jetzt handeln – nicht später
Der EU AI Act betrifft alle Unternehmen, unabhängig von Größe oder Digitalisierungsgrad. Wer den KI-Einsatz heute strukturiert angeht, Schulungen für Mitarbeiter etabliert und Transparenz schafft, vermeidet nicht nur Risiken, sondern sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Das FIO Brunch hat gezeigt: KI bleibt – und verantwortungsvoller Umgang mit ihr wird zur Kernkompetenz der Immobilienbranche.