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FIO fragt … zum Thema Netzwerken: Ein Mittel gegen die Betriebsblindheit: gutes Netzwerken  

Es heißt: Kontakte schaden nur dem, der keine hat. So ist das Thema Netzwerken bzw. Networking in aller Munde. Wir haben einmal Guido Hannowsky, Direktor Immobilien bei FINMAS und Direktor Immobilien Sparkassen bei FIO, zum Aufbau und Umgang eines starken beruflichen Netzwerks befragt.  

Was verstehen Sie unter einem beruflichen Netzwerk? Wieso ist dies wichtig? 

Ein berufliches Netzwerk bedeutet für mich: Kontakte zu relevanten Personen aus dem geschäftlichen Kontext zu haben und dieses – im positiven Sinne – zu nutzen, um sich selbst weiterzuentwickeln. Es geht darum, Themen voranzutreiben, neue Blickwinkel zu erhalten und kreative Lösungsansätze zu finden. 

Wie haben Sie Ihr Netzwerk aufgebaut?  

Ein Netzwerk entsteht letztlich dadurch, dass man etwas zusammen erlebt, aufgebaut oder sich ausgedacht hat und so eine persönliche Beziehung wächst. Zu den Leuten hingehen, vor Ort sein, sich persönlich kennenlernen – sei es innerhalb des Konzerns oder auch außerhalb – so habe ich mein Netzwerk aufgebaut. Der direkte Austausch ist immer noch der beste Weg zu kommunizieren. Auch im Kontakt zu Kunden: Hier halte ich z. B. lieber Schulungen vor Ort als online. Ebenso andersherum, wenn Partner eine Veranstaltung organisieren, versuche ich, live da zu sein, mir Anknüpfungspunkte zu suchen und ins Gespräch zu kommen.   

Neben dem direkten Kontakt gibt es aber noch die Onlinewelt. Portale wie beispielsweise Xing, LinkedIn oder StayFriends nutze ich natürlich auch. Hier habe ich alle wichtigen Informationen auf einen Blick: die aktuellen Kontaktdaten, Verantwortungen sowie Themen und Fachbereiche, die die jeweiligen Personen betreuen. Ein weiterer Vorteil: Auch länderübergreifend kann ich auf diesen Plattformen nachhaltig in Kontakt bleiben.  

Sehr gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, der jeweiligen Nachricht eine persönliche Note zu verleihen. Stehen beispielsweise Geburtstage an, benutze ich nicht die vorgefertigten Glückwunsch-Bausteine der Plattformen, sondern schreibe eine individuelle Nachricht, mit der ich an gemeinsam Erlebtes anknüpfe. So ergibt sich z. B. auch aus dem Beruflichen eine gemeinsame Teilnahme an einem Sportevent. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Der persönliche Kontakt ist durch nichts zu ersetzen!   

Sie haben bereits die beiden Kontaktwege online und offline dargestellt. Und sehen hier den Offline-Weg als den besten Weg an, um neue Kontakte zu knüpfen, richtig? 

 Meiner Meinung nach kann online eine Beziehung nicht wirklich nachhaltig aufgebaut werden – das muss persönlich geschehen. Aber die Kombination aus offline und online bringt klare Vorteile. Früher hat man nach einem persönlichen Treffen die Visitenkarten ausgetauscht. Heute vernetzt man sich nach einem interessanten Austausch auf den Online-Plattformen und erfährt so von aktuellen Themen und Projekten des Gegenübers. Außerdem gibt es die Chance zu sehen, wer an welchen Events teilnimmt – wieder eine Möglichkeit, interessante Kontakte live anzusprechen. 

Wir nehmen mal an, jemand ist neu im Business und fragt sich: Gibt es gute und eher schlechte Kontakte für mich? 

Ich denke nicht, dass man pauschal sagen kann: Das sind schlechte und das sind gute Kontakte. Je nach Projekt entstehen manchmal Überschneidungen und manchmal nicht. Schlecht kann eigentlich nur die Kontaktpflege sein.   

In einem Netzwerk kann es durchaus vorkommen, dass auch Mitarbeiter von Wettbewerbern ein Teil des Netzwerks sind. In puncto Wissensweitergabe: Wie viel eigenes Wissen sollte man preisgeben?  

Für jeden persönlich ist es wichtig, einen gewissen Teil seines Wissens zu zeigen – sozusagen die eigenen USPs darzustellen, um sich interessant zu machen. So entsteht nicht nur die Aufmerksamkeit bei Partnerfirmen, sondern auch die Möglichkeit, beim Wettbewerber ins Gespräch zu kommen. Interessante Jobangebote könnten hier die Folge sein.    

Netzwerken und somit auch ein Wissensaustausch aus Unternehmenssicht sollten auf jeden Fall stattfinden. Die Frage ist aber, wie? Denn gerade im Bankengeschäft, aus dem ich ursprünglich komme, kennt man viele sensible Daten sowie interne Vorgehensweisen, und auch gesetzliche Regulatorien sind zu beachten. Dafür ist der offene Austausch im Bereich gemeinsame Standards zu finden und etwas damit zu vereinfachen umso wichtiger. Genauso kann es im Bereich Innovation sinnvoll sein, sich auszutauschen, aber das ist sehr individuell und diffizil zu betrachten. Ich habe mich in meiner Bankenzeit natürlich mit anderen Bänkern, die ähnliche Aufgaben hatten, unterhalten. Und es gab auch einige, zu denen ich ein hohes Vertrauen hatte. Aber im Hinblick auf Geschäftsgeheimnis und Datenschutz muss man hier sehr vorsichtig sein.   

Was bedeutet es, sich im Unternehmen intern zu vernetzen?   

Definitiv ist es wichtig, sich intern zu vernetzen. Denn am Ende funktioniert das Unternehmen nur, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt. Wir wissen alle, dass es nötige Vorschriften gibt, die wir einhalten müssen. Wir wissen aber auch, dass es manchmal den „kleinen Dienstweg“ gibt, der in manchen Situationen absolut sinnvoll und hilfreich ist. Diesen kennt man aber nur, wenn man dementsprechend vernetzt ist.   

Netzwerken und Austauschen im Unternehmen ist gerade mit den Abteilungen, die nah mit mir verknüpft sind, ein Muss. Nehmen wir einen konkreten Fall X, betrachten beispielsweise der Vertrieb und das Backoffice diesen ganz unterschiedlich. Doch im Endeffekt müssen beide zusammen den Fall lösen. Je besser diese nun untereinander im Austausch sind und die Denke des jeweils anderen verstehen, umso besser wird schlussendlich die Lösung und die Entwicklung neuer Ideen sein. Dazu gehört auch, dass eine vertrauensvolle Beziehung untereinander entsteht, die eben nicht nur auf Schriftlichem beruht. Das heißt, der Gegenüber sagt: „Ich kümmere mich drum“ – und man kann sich auf sein Wort verlassen, ohne nachhaken zu müssen.   

Es gibt in großen Unternehmen gewisse Bereiche, mit denen ich eigentlich im täglichen Geschäft keinen Kontakt habe. Aber auch hier ist es so, dass die Kollegen Dinge ganz anders wahrnehmen als ich in meinem Fachbereich. So kann gerade der Austausch mit fachfremden Personen hilfreich sein, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und der sogenannten „Betriebsblindheit“ entgegenzuwirken. 

Schließlich wirkt sich gutes Netzwerken innerhalb des Unternehmens auch auf die Kundengewinnung aus. Denn durch eine fließende Abstimmung im Unternehmen erhalten Kunden schnell zufriedenstellende Ergebnisse und können auch mal eine Speziallösung bekommen – das spricht sich rum.  

Nun möchte ich Ihnen drei Aussagen vorstellen und bin gespannt auf Ihre Reaktionen!  

„Ich bin schon Experte auf meinem Gebiet – ich brauche keinen Austausch.“  

Für mich ist das der absolute Blödsinn: Denn du weißt nicht, was du nicht weißt.   

„Die besten Netzwerker sind die größten Helfer.“  

Nein, ich würde das umformulieren und sagen: „Die besten Netzwerker haben die Chance, gute und schnelle Hilfe zu erhalten.“ Andersherum können sie das eigene Netzwerk bemühen und selbst zu Helfern werden, doch sollte man hier nach Wichtigem und Unwichtigem filtern. Das Geben und Nehmen in einem Netzwerk sollten im besten Fall ausgeglichen sein.  

„Netzwerken ist wie die neue Rente. Wenn alles den Bach runtergeht, fängt Dein Netzwerk Dich auf!“ 

Ja, das ist auf jeden Fall richtig. Denken wir an einen nötigen Jobwechsel oder Weiterbildungsmöglichkeiten, hilft ein starkes Netzwerk, rasch an Informationen zu kommen. Eine direkte Empfehlung kann zudem der Schlüssel sein, um bei der Wunschfirma ins Gespräch zu kommen.  

Schauen wir zum Schluss auf Hypoport als Mutterkonzern von FIO und von anderen Technologieunternehmen. Was macht das Hypoport-Netzwerk aus?  

Zum einen ist Hypoport eine Gesellschaft, die Technologieunternehmen aus fachlich verbundenen Bereichen unter sich vereint. Zur Immobilie finden wir beispielsweise Unternehmen zum Vertrieb, zur Bewertung, Versicherung, Unterlagenbeschaffung, zur Finanzierung etc. Man redet mit Fachleuten aus der gleichen Branche, die einen immer unterstützen und auch weiterbringen wollen. Nicht umsonst wird Hypoport oft als das Ur-Fintech betrachtet, welches innovative Ideen vorantreibt.  

Zum anderen haben die einzelnen Unternehmen die Freiheit, sich zu entfalten und auch mal einen Fehler zu machen, denn alle unterstützen sich gegenseitig und fangen sich gegenseitig auf. Hier erhalten die Unternehmen also die Sicherheit, nicht allein dazustehen und starke Partner an ihrer Seite zu haben. 

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