Mit dem FIOcast startet ein neuer Podcast für alle, die Immobilien nicht irgendwie, sondern richtig gut vermarkten wollen.
Alle zwei Wochen sprechen wir über die Themen, die Maklerinnen und Makler sowie Entscheider:innen in Banken aktuell bewegen: Immobilienmärkte, Vermarktungsprozesse, Digitalisierung, Finanzierung, Marketing – und ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen der Branche.
Was den FIOcast besonders macht: starke Kooperationspartner und echte Expertinnen und Experten, die den Markt nicht aus dem Bauch heraus bewerten, sondern faktenbasiert einordnen.
Folge 1: Immobilienmarkt 2026 – Daten statt Bauchgefühl
In der ersten Episode des FIOcast ist Sebastian Hein, Director Marktdaten bei der Value AG, zu Gast. Er gehört zu denjenigen, bei denen es in der Branche ruhig wird, wenn sie sprechen – weil dann Zahlen, Einordnung und Substanz kommen.
Gemeinsam werfen wir einen datenbasierten Blick auf den aktuellen Immobilienmarkt und beantworten zentrale Fragen, die viele Marktteilnehmende gerade umtreiben.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus Folge 1:
Die Talsohle ist durch – zumindest im Wohnimmobilienmarkt.
Während der Gewerbebereich weiterhin unter Druck steht, zeigen die Daten im selbstgenutzten Wohneigentum seit rund vier Quartalen wieder steigende Preise. Der Markt befindet sich in einem neuen Zyklus – verhaltener als früher, aber klar in Richtung Stabilisierung und Erholung.
Käufermarkt? Ja – aber nicht überall.
Nach dem Zinsschock 2022 sind Käufer deutlich selektiver geworden. Besonders bei Bestandsimmobilien mit Sanierungsbedarf und schlechter Energieeffizienz haben Käufer aktuell mehr Verhandlungsspielraum. Neubauobjekte hingegen bleiben knapp und teuer. Dort gibt es kaum Spielraum für Preisnachlässe.
Vermarktung dauert länger – Makler:innen arbeiten mehr.
Die durchschnittliche Vermarktungsdauer hat sich im Vergleich zu 2021 nahezu verdoppelt. Statt rund 7 Wochen liegt sie zeitweise bei über 13 Wochen, aktuell bei etwa 11–12 Wochen. Für Makler:innen bedeutet das: mehr Abstimmung, mehr Erklärungsarbeit, mehr Preisverhandlungen.
„Braune Immobilien“ geraten unter Druck.
Energetisch schlechte Immobilien (hoher Energiebedarf, schlechte Energieklassen) haben es deutlich schwerer am Markt. Sie sind länger online, erfahren häufiger Preisanpassungen und werden von Banken teilweise schlechter oder nur mit Auflagen finanziert. Die Empfehlung: realistische Preise statt teurer Vorab-Sanierungen.
Der Mietmarkt wird zum Preistreiber.
Ein massiver Einbruch der Bautätigkeit trifft auf steigende Nachfrage. Zu wenig Neubau, kaum Bewegung im Bestand und hohe Mieten sorgen für einen extrem angespannten Mietmarkt. Das treibt langfristig auch wieder mehr Menschen in den Eigentumsmarkt – unabhängig von kleinen Zinsbewegungen.
Fazit der ersten Folge
Der Immobilienmarkt ist komplexer geworden. Gute Lagen allein reichen nicht mehr – Zustand, Energieeffizienz, Preisrealismus und saubere Beratung werden entscheidend. Wer heute erfolgreich vermarkten will, braucht Daten, Marktverständnis und klare Prozesse.
Genau darüber sprechen wir im FIOcast – die Folge in voller Länge findet ihr auf Spotify, Amazon Music, Apple Music und das Video auf Youtube.