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FIO Campus Brunch: Wer bietet mehr?

Am 16. Dezember 2021 widmete sich unser FIO Campus Brunch dem Bieterverfahren: Die Diskutanten gingen Chancen und Grenzen auf den Grund, beleuchteten die Durchführung in der Praxis und zeigten auf, wohin das Trendbarometer bei Immobilienauktionen zeigt.

360°-Blick auf das Bieterverfahren

Etwa 100 Teilnehmende hatten sich für das digitale FIO Campus Brunch Finale 2021 registriert. Sie brachten ihre Impulse via Chat und Umfragefunktion rege in die Diskussion unter dem Motto „Mehr(wert) – Was bietet das Bieterverfahren“ ein. Im Podium nahmen neben Moderator und FIO-Vertriebsleiter Andreas Habath der Geschäftsführer von Maklaro, Nikolai Roth, Björn Siemer, Geschäftsführer der Sparkasse Immobilien Bremen GmbH, Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH NordWest, sowie Thorsten Schipke, Chefsyndikus der LBS Immobilien GmbH NordWest, Platz. Andreas Habath eröffnete den 360°-Blick auf das Bieterverfahren mit der Frage, welche Vorteile es bringt und in welchen Situationen Auktionen den größten Mehrwert bieten.

Mehr Transparenz in der Preisfindung

Während nur etwas mehr als ein Drittel der Gäste das Bieterverfahren bisher aktiv einsetzte, war sich das Podium über die Vorteile einig: „Transparenz in der Preisfindung ist für uns ein zentraler Grund für die Anwendung des Bieterverfahrens“, so Björn Siemer. „Das ist vor allem auch in der Außenwirkung wichtig, damit sowohl Interessent:innen als auch Eigentümer:innen den Prozess jederzeit nachvollziehen können.“ Nikolai Roth ergänzte: „Das Bieterverfahren stellt zudem ein interessantes Argument in der Akquise dar: Die Eigentümer:innen finden es in der Regel gut, dass sie den Preis bekommen, den der Markt bereit ist zu zahlen“. Dabei verwende er das Bieterverfahren auch, um Aufmerksamkeit für weniger gefragte Objekte zu wecken. Roland Hustert brachte weitere Einsatzszenarien in die Diskussion ein: „Vom Bieterverfahren wurde ursprünglich vor allem dort Gebrauch gemacht, wo Objekte schwer zu bewerten waren, zum Beispiel bei denkmalgeschützten Immobilien.“ In der Praxis komme es aber oft auch zur Anwendung, wenn am Ende des Vermarktungsprozesses noch mehrere Interessent:innen übrig blieben. Dabei zeigte sich, dass die meisten Bieterverfahren im Teilnehmerkreis offline durchgeführt werden. Zunehmend kommen aber auch digitale Bierverfahren zum Einsatz.

Bieterverfahren rechtlich klar geregelt

Thorsten Schipke erörterte rechtliche Grundlagen des Bieterverfahrens und betonte: „Es ist vergleichbar mit der üblichen Maklertätigkeit und stellt ein transparentes, schnelles Medium der Preisfindung dar“. Dabei gebe es rechtlich weder einen Mindestpreis noch eine Bindung der Eigentümer an ein Gebot. „Achtgeben sollten Makler:innen bei Versprechen, Höchstpreise zu erzielen. Hier kann es sich schnell um einen Wettbewerbsverstoß gemäß UWG handeln“, bemerkte er weiter. Bei der Provisionsregelung gelte jederzeit das Bestellerprinzip, auch wenn das Bieterverfahren erst nachgelagert zum Einsatz komme. Möglich seien die reine Innenprovision oder eine geteilte Courtage. Dabei würden Makler:innen die Neutralitätspflicht keineswegs verletzen.

Chancen und Grenzen des Bieterverfahrens

Die Potenziale des Bieterverfahrens bewertete das Podium einhellig: So ließen sich für Objekte auf diese Weise aktuell durchschnittlich bis zu 15 Prozent mehr Erlös erzielen. In der Praxis profitieren häufig vor allem geschlossene Interessentenkreise vom Bieterverfahren: „Wenn die Nachfrage größer ist als gedacht, laden wir nach Besichtigung, Gespräch und Klärung der Finanzierungsfrage die aussichtsreichsten Interessent:innen zur digitalen Auktion ein“, so Björn Siemer. Dabei werde zudem das Finanzierungsgeschäft angeregt. Über die Grenzen von Auktionen berichtete er: „Für Kund:innen mit hoher emotionaler Bindung an die Immobilie, wo nicht der beste Preis sondern wer ins geliebte Haus einzieht das letzte Wort hat, ist die klassische Vermarktung eher das Mittel des Wahl“. Nikolai Roth fügte hinzu: „Das Bieterverfahren ist vor allem in unserer derzeitigen Marktlage spannend. Wenn etwa das Zinsniveau wieder steigt, ist das Bieterverfahren zwar immer noch interessant zur Preisdefinition, dann könnten die Gebote aber auch wieder unter das Wunschniveau sinken“.

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