In der achten Folge des FIOcast spricht Host Niclas Kurtz mit Immobilienmaklerin Maha Kurt über den Aufbau einer starken Personal Brand, den Schritt in die Selbstständigkeit und die Frage, wie modernes Makeln heute eigentlich aussieht. Die Folge gibt es ab sofort auf Spotify, Apple Music, Amazon Music und auf YouTube.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Sichtbarkeit auf LinkedIn, Digitalisierung, Kundenerlebnisse, Kooperationen und effiziente Prozesse im Makleralltag. Gleichzeitig gibt Maha sehr persönliche Einblicke in ihre eigene Entwicklung – vom Start bei der LBS Immobilien GmbH NordWest bis zur Gründung ihres eigenen Unternehmens „Maha Kurt Immobilien“.
Vom sicheren Umfeld in die Selbstständigkeit
Für Maha war früh klar: Sie möchte langfristig ihr eigenes Unternehmen aufbauen. Sie beschreibt den Schritt in die Selbstständigkeit als bewusste Entscheidung trotz Unsicherheit bezüglich dem, was auf sie zukommt. Sie berichtet offen darüber, wie groß die Angst vor dem Scheitern zunächst war und warum genau diese Angst am Ende der entscheidende Auslöser wurde, den nächsten Schritt zu gehen.
Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte sehr deutlich, wie viel mehr hinter Selbstständigkeit im Immobilienvertrieb steckt. Neben Vertrieb und Kundenterminen kamen plötzlich Themen wie Prozesse, Branding, Backoffice, Marketing, Steuerberatung und Positionierung hinzu – Aufgaben, die zuvor oft im Hintergrund liefen und jetzt aktiv gestaltet werden müssen.
Warum Personal Branding im Immobilienvertrieb immer wichtiger wird
Ein zentrales Thema der Folge ist der Aufbau einer Personenmarke, da Immobilienvermittlung stark auf Vertrauen basiert und ebendas meistens nicht über Logos oder Marken, sondern über Menschen entsteht.
Deshalb hat Maha Kurt bereits vor ihrer Gründung gezielt begonnen, ihre eigene Sichtbarkeit auf LinkedIn aufzubauen. Heute weist sie eine große Followerschaft von über 12.000 Menschen auf und weiß, wie man LinkedIn bewusst einsetzt. Sie betont, dass die Plattform ihr nicht zur Immobilienvermarktung dient, sondern vielmehr als Instrument für Netzwerkaufbau, Sichtbarkeit und Vertrauensbildung.
Die Strategie, die sie empfiehlt:
- Kontakte knüpfen
- Kooperationspartner finden
- Einblicke in den Arbeitsalltag geben
- Expertise sichtbar machen
- langfristig Vertrauen aufbauen
Im Gespräch wird deutlich, dass Personal Branding im Immobilienvertrieb dann besonders gut funktioniert, wenn Inhalte persönlich, nahbar und authentisch sind. Menschen interessieren sich für Geschichten, Erfahrungen und echte Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.
LinkedIn als Netzwerk- und Vertriebswerkzeug
Für alle, die ihr eigenes Netzwerk aufbauen und Kontakte knüpfen möchten, gibt Maha Tipps an die Hand, um die ersten Schritte zu machen. Sie empfiehlt, Menschen anzuschreiben, Gespräche zu führen, sich zu vernetzen und Kooperationen aufzubauen.
Maha beschreibt, dass erst später regelmäßige Inhalte dazukamen. Inzwischen plant sie ihre Beiträge strukturiert vor, erstellt Redaktionspläne und analysiert, welche Inhalte funktionieren. Das Gespräch zeigt dabei auch deutlich, dass Content nicht „nebenbei“ entsteht, denn Sichtbarkeit erfordert Zeit, Planung und Konsequenz.
Warum gute Makler:innen nicht alles selbst machen
Weiterhin thematisiert wird Maha Kurts Blick auf Zusammenarbeit und Spezialisierung. Viele selbstständige Makler:innen versuchen, sämtliche Aufgaben selbst zu übernehmen – von Objektaufbereitung über Marketing bis hin zu Vertrieb und Administration. Ihre eigene Erfahrung zeigt jedoch, wer langfristig effizient arbeiten möchte, muss lernen, Aufgaben gezielt abzugeben. Deshalb arbeitet sie bewusst mit Spezialist:innen zusammen, beispielsweise im Bereich Finanzierung, und erhält Unterstützung im Backoffice.
Der Leitgedanke dahinter ist, jede Person sollte sich auf den Bereich konzentrieren, in dem sie wirklich stark ist. Für Maha liegt ihr Fokus klar im Vertrieb, in der Beratung und im direkten Kundenkontakt.
Open House neu gedacht: Immobilienvermarktung als Erlebnis
Einer der spannendsten Praxisfälle aus der Folge ist Mahas erstes großes Open-House-Event unter ihrer eigenen Marke. Statt einer klassischen Besichtigung entwickelte sie daraus ein „begehbares Museum“.
Die Veranstaltung im Rohbau kombinierte folgende Erlebnisse, um den Interessent:innen eine möglichst umfängliche Erfahrung in einem Rohbau-Objekt zu vermitteln:
- KI-Visualisierungen
- digitale Nachbarschaftseinblicke
- Finanzierungsszenarien
- Partnerstände
- und Eventcharakter
Gleichzeitig zahlte das Event auf mehrere Ebenen ein, so auch auf die gesammelten Leads, ihre Sichtbarkeit für die neue Marke – etwa durch Presseberichte – und positive Bewertungen für das Unternehmen.
Der Podcast macht dabei deutlich, wie stark sich Immobilienvermarktung aktuell verändert. Es reicht oft nicht mehr, nur Türen aufzuschließen und Besichtigungen durchzuführen. Kund:innen erwarten Beratung, Orientierung und ein professionelles Gesamterlebnis.
Digitalisierung als Grundlage moderner Maklerarbeit
Maha beschäftigt sich bereits seit ihrem Studium intensiv mit dem Thema Digitalisierung und hat sich früh mit der Frage auseinandergesetzt, wie digitale Prozesse die Immobilienwirtschaft effizienter machen können. Im Gespräch wird deutlich: Digitalisierung wird nicht als „Option“ verstanden, sondern als Grundlage professioneller Prozesse.
Besonders wichtig ist ihr dabei, dass digitale Lösungen die Arbeit tatsächlich erleichtern. Im Zusammenhang mit dem FIO Webmakler spricht sie darüber, warum für sie vor allem funktionierende Basics entscheidend sind. Tools wie digitale Exposéprozesse und automatisierte Vertragsstrecken kombiniert mit einer einfachen Bedienbarkeit entlasten den Makleralltag spürbar.
Finanzierung als entscheidender Teil des Vertriebsprozesses
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die enge Verbindung zwischen Maklergeschäft und Finanzierung. Maha Kurt arbeitet dafür bewusst mit festen Finanzierungspartnern zusammen. Für sie spielen dabei vor allem Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Vertrauen eine große Rolle.
Denn gerade im aktuellen Marktumfeld zeigt sich, dass viele Verkäufe nicht an der Immobilie selbst scheitern, sondern an der Finanzierung.
Durch das frühzeitige Mitdenken von Finanzierungsprüfungen können Makler:innen bereits im Vermarktungsprozess besser einschätzen, welche Immobilien für Interessent:innen realistisch finanzierbar sind – und damit Prozesse deutlich effizienter hin zum Verkauf gestalten.
Fazit: Moderne Maklerarbeit ist sichtbar, vernetzt und digital
Die Folge mit Maha Kurt zeigt sehr eindrücklich, wie sich das Berufsbild von Immobilienmakler:innen verändert.
Erfolgreiche Makler:innen heute bauen persönliche Sichtbarkeit auf und arbeiten mit starken Netzwerken, um Nahbarkeit sowie echte Kundenerlebnisse zu schaffen. Dabei unterstützen digitale Prozesse und die Konzentration auf Kernkompetenzen sowie die Auslagerung von Tätigkeiten an Expert:innen die nötigen Workflows für den täglichen Alltag.
Gleichzeitig macht das Gespräch Mut, neue Wege zu gehen und eigene Ideen umzusetzen, unabhängig von einem vermeintlich “perfekten” Zeitpunkt dafür.
Zu Hören gibt es die Folge auf Spotify, Apple Music, Amazon Music und als Video auf YouTube.