In der sechsten Folge des FIOcast ist Martin Englert, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH NordWest, zu Gast bei Host Niclas Kurtz. Gemeinsam sprechen sie über den aktuellen Immobilienmarkt, die Rolle der Sparkassen im Vertrieb und darüber, wie sich Finanzierung, Energieeffizienz und Digitalisierung auf die Arbeit von Makler:innen auswirken.
Die LBSi NordWest: Enabler für den Immobilienvertrieb der Sparkassen
Die LBSi NordWest ist Dienstleister für Sparkassen im Immobilienvertrieb. Ziel ist es, Sparkassen im Maklergeschäft zu unterstützen und rechtssichere, effiziente Prozesse zu ermöglichen.
Dazu gehören unter anderem Vertragsgestaltung, rechtliche Absicherung, Abwicklung von Courtagen, Vertriebsunterstützung und der Austausch von Best Practices zwischen den Instituten. Rund 90 von 108 Sparkassen im Geschäftsgebiet arbeiten bereits mit der LBSi NordWest zusammen.
Neben dem Sparkassengeschäft gibt es einen eigenen Außendienst mit Handelsvertreter:innen, der zusätzliche Vertriebserfahrungen liefert. Der Schwerpunkt bleibt jedoch klar: Immobilienvertrieb über die Sparkassen, die einen Großteil des Umsatzes der LBSi NordWest ausmachen.
Immobilienmarkt 2026: Nachfrage ist da, Finanzierung wird schwieriger
Ein zentrales Thema der Folge ist die aktuelle Marktlage.
Grundsätzlich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, gleichzeitig ist das Angebot weiterhin knapp. Im vergangenen Jahr konnten Sparkassen und die LBSi NordWest gemeinsam über 13.000 Immobilienverkäufe realisieren, mit nahezu zweistelligem Wachstum.
Für 2026 ist die Entwicklung jedoch schwerer einzuschätzen. Steigende Bauzinsen, höhere Energiepreise und knappe Budgets führen dazu, dass Finanzierungen schwieriger werden.
Das Hauptproblem liegt weniger in der Nachfrage nach Immobilien, sondern zunehmend in der Finanzierbarkeit.
Viele Haushalte verfügen über zu wenig Eigenkapital, gleichzeitig steigen laufende Kosten für Energie und Lebenshaltung. Schon kleine Zinsänderungen können Budgetrechnungen kippen und Transaktionen verzögern.
Energieeffizienz entscheidet über Preise
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Energieeffizienz von Immobilien.
Schlechte Energieklassen führen bereits heute zu deutlichen Preisabschlägen, weil Modernisierungskosten in die Kaufpreisfindung einfließen. Ab mittleren Effizienzklassen werden Preisunterschiede spürbar, während gut sanierte Immobilien stabiler bewertet werden.
Die Empfehlung im FIOcast ist klar: Modernisierung und energetische Sanierung sollten frühzeitig mitgedacht werden.
Wer in Wärmepumpe, Photovoltaik und effiziente Gebäudehüllen investiert, steigert langfristig den Wert der Immobilie und reduziert Risiken bei Finanzierung und Vermarktung. Gleichzeitig bleibt die Beratung durch Banken und Förderprogramme ein wichtiger Bestandteil der Entscheidung.
Makler:innen müssen vernetzter arbeiten
Der Immobilienvertrieb hat sich deutlich verändert. Während in den Boomjahren viele Objekte schnell verkauft wurden, sind heute mehr Fachwissen, Vorbereitung und Zusammenarbeit notwendig. Zudem beschäftigen sich Käufer:innen intensiver mit Finanzierung, energetischem Zustand und Modernisierungskosten. Dadurch verschiebt sich die Erwartungshaltung. Makler:innen werden zur zentralen Schnittstelle, die unterschiedliche Expertisen zusammenführt. Erfolgreiche Makler:innen moderieren diesen Prozess, ohne selbst alle Fachbereiche abzudecken. Sie koordinieren Finanzierung, energetische Bewertung und Modernisierung und sorgen dafür, dass Entscheidungen fundiert getroffen werden können.
Besonders erfolgreich sind Sparkassen dort, wo Baufinanzierung und Maklergeschäft eng verzahnt sind, Informationen schnell ausgetauscht werden und Netzwerke aktiv genutzt werden. Auch digitale Sichtbarkeit über Social Media und regionale Kontakte spielen eine immer größere Rolle.
Digitalisierung und KI: Unterstützung statt Ersatz
Aus dem Gespräch zwischen Niclas und Martin wird klar: KI kann Prozesse beschleunigen, Daten analysieren und die Kommunikation unterstützen. Standardisierte Abläufe lassen sich teilweise automatisieren, etwa im Mietmarkt oder bei Recherche und Dokumentenverarbeitung.
Der eigentliche Immobilienvertrieb bleibt jedoch ein persönliches Geschäft.
Kauf und Verkauf von Immobilien sind emotional, komplex und beratungsintensiv, weshalb die menschliche Beratung auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird.
Immobilie als Asset: neue Perspektiven im Sparkassen-Ökosystem
Ein wichtiger strategischer Ansatz ist die stärkere Sichtbarkeit der Immobilie als Asset im Sparkassen-Ökosystem. Projekte wie „r u d i“ (Rund um die Immobilie) zielen darauf ab, Immobilien stärker in die Kundenbeziehung zu integrieren, Marktwerte transparenter zu machen und Beratung ganzheitlicher zu gestalten.
Makler:innen werden dabei zur Stimme des Marktes innerhalb der Sparkassen und sorgen dafür, dass Kundenbedürfnisse und Vertriebsperspektiven in die Weiterentwicklung einfließen.
Fazit
Das Interview mit Martin Englert im FIOcast zeigt deutlich, dass der Immobilienmarkt in Bewegung bleibt.
Finanzierung, Energieeffizienz und Digitalisierung verändern die Rahmenbedingungen spürbar. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für Makler:innen, die vernetzt arbeiten, Kund:innen ganzheitlich beraten und sich aktiv mit Marktveränderungen auseinandersetzen.
Die Folge in voller Länge findet ihr auf Spotify, Apple Music, Amazon Music und YouTube.
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