Der Widerrufsbutton ist inzwischen Pflicht. Was genau dahintersteckt und welche Unternehmen betroffen sind, haben wir bereits in unserem Beitrag zur neuen Widerrufsfunktion im FIO Webmakler ausführlich erklärt.
In der aktuellen Folge des FIOcast geht es deshalb einen Schritt weiter: Gemeinsam mit Rechtsanwalt Philipp Strecker von der AWADO Rechtsanwaltsgesellschaft sprechen wir darüber, welche praktischen Auswirkungen die neue Regelung auf Immobilienmakler:innen hat und warum es dabei längst nicht nur um einen zusätzlichen Button auf der Website geht.
Der Widerrufsbutton ist nur ein Teil des Prozesses
Viele denken beim neuen Gesetz zunächst an einen zusätzlichen Button. Tatsächlich schreibt der Gesetzgeber jedoch eine komplette Prozesskette vor. Vom Auslösen des Widerrufs über die Eingabe der notwendigen Daten bis hin zur Bestätigung des Eingangs muss jeder Schritt den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Die größte Gefahr liegt nicht im Button, sondern in der Dokumentation
Ein zentrales Learning aus dem Gespräch: Entscheidend ist neben der technischen Umsetzung, vor allem auch die Nachweisbarkeit.
Kommt es später zu einem Rechtsstreit, müssen Makler:innen belegen können, dass der gesamte Prozess ordnungsgemäß funktioniert hat und alle gesetzlichen Anforderungen eingehalten wurden. Fehlt diese Dokumentation, kann das im schlimmsten Fall Auswirkungen auf den Provisionsanspruch haben.
Deshalb empfiehlt Philipp Strecker, auf integrierte Systeme zu setzen, in denen Prozessschritte automatisch dokumentiert werden. Im FIO Webmakler wird dies durch die Historisierung sowie die zentrale Dokumentenablage unterstützt: Sämtliche relevanten Vorgänge, Änderungen und Dokumentenversionen werden nachvollziehbar festgehalten und schaffen so Transparenz für den Nachweis digitaler Prozesse.
Standardisierte Prozesse reduzieren Risiken
Wer digitale Maklerprozesse nutzt, sollte sie möglichst standardisieren. Einzelne Insellösungen oder manuelle Zwischenschritte erhöhen die Fehleranfälligkeit und erschweren später den Nachweis.
Ebenso wichtig ist die Schulung der Mitarbeitenden. Denn auch der beste digitale Prozess hilft wenig, wenn Vorlagen falsch verwendet oder rechtliche Vorgaben im Arbeitsalltag nicht berücksichtigt werden.
Digitalisierung bedeutet heute auch Compliance
Ein spannender Gedanke aus dem Podcast: Früher lag das Haftungsrisiko häufig im persönlichen Beratungsgespräch. Heute verschiebt es sich zunehmend auf die digitalen Prozesse. Fehler begrenzen sich nicht nur auf einen Einzelfall, sondern können gleich sämtliche digitale Vertragsabschlüsse betreffen. Deshalb wird die Auswahl professioneller Softwarelösungen und zuverlässiger Dienstleister immer wichtiger.
KI wird das nächste Regulierungsthema
Neben dem Widerrufsbutton blickt Philipp Strecker bereits auf die nächsten Herausforderungen. Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz und den Vorgaben des EU AI Acts werden weitere regulatorische Anforderungen auf Immobilienunternehmen zukommen.
Makler:innen sollten deshalb ihre digitalen Prozesse insgesamt regelmäßig überprüfen.
Fazit
Der Widerrufsbutton ist inzwischen umgesetzt – die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch dahinter. Rechtskonforme Prozesse, vollständige Dokumentation und gut geschulte Mitarbeitende werden künftig noch wichtiger.
Wer Digitalisierung ganzheitlich denkt und auf integrierte Systeme setzt, reduziert nicht nur rechtliche Risiken, sondern schafft gleichzeitig effizientere Abläufe für den Makleralltag.
Die komplette Folge gibt es auf Spotify, Amazon Music, Apple Music sowie als Videocast auf Youtube oder über die FIO Go App.